Maria, Königin des Himmels - die Marienminne von Fürst Paul I. Esterházy

Bis heute bezeugen die auf Burg Forchtenstein und im Eisenstädter Schloss erhaltenen Sammlungen die allgegenwärtige Präsenz der Marienverehrung von Fürst Paul I. Esterházy (1635-1713) anhand einer Vielzahl unterschiedlichster Objekte. In der Jahresausstellung „Maria, Königin des Himmels - Die Marienminne von Fürst Paul I. Esterházy“ auf Burg Forchtenstein wird erstmals eine Auswahl an Jahrhunderte alten Exponate präsentiert, deren Bogen sich von kunstvollen Marienaltärchen, filigranen Mariensäulen über Gnadenbilder in Öl, auf Holz oder als Druck bis hin zu Publikationen und Kompositionen zu Ehren der Gottesmutter aus der Feder des Fürsten selbst spannt.
Die Verehrung der Jungfrau Maria lässt sich bereits in den Kindertagen des künftigen Fürsten Paul I. Esterházy erkennen und fußt vor allem im Vorbild seiner Mutter Christina sowie seiner Erziehung durch den Jesuitenorden. Sie fand Ausdruck in allen ihm zur Verfügung stehenden Medien und Mitteln der Zeit: in Kirchenarchitektur, Skulptur, Malerei, Musik, Kunstkammerstücken, Publikationen etc. Aber auch als Bildnis auf seinen Kriegsfahnen sollte ihm die Königin des Himmels und Patrona Hungariae Schutz bieten und den Sieg schenken.
„Du bist umfassend schön, Maria, und ohne Makel bist Du. (…) Du bist die Fürsprecherin der Sünder. O Maria, du klügste Jungfrau, du barmherzigste Jungfrau, bitte für uns, lege Fürsprache für uns ein bei dem Herrn Jesus Christus. Amen.” Diese Worte von Fürst Paul I. Esterházy stammen aus dem Konzept zu einer der geplanten Inschriften an den vier Seiten des Sockels der vor Burg Forchtenstein 1694 aufgestellten Mariensäule. Das Monument, das der Fürst in Auftrag gegeben hatte, strahlt noch heute seine Marienminne in die Welt und schlägt die Brücke in Gegenwart und Zukunft. Wie diese eindrucksvolle Säule zeugt auch der heutige Kalvarienberg in Eisenstadt mit seiner als wundertätig angesehenen Marienstatue weithin sichtbar und in Stein gemeißelt vom beseelten Wirken des Fürsten im Geiste Mariens.
Die Gottesmutter bot Paul I. Esterházy nicht nur zu Lebzeiten Schutz und Zuflucht im Kampf gegen die osmanische Bedrohung sowie Trost und Segen bei seinen Wallfahrten als frommer Pilger – der Fürst ruht noch heute in ewiger Anbetung Mariens in einem Sarg, auf dessen Innenseite er das Antlitz Mariens hatte anbringen lassen.
Die Liebe, Demut und das Vertrauen von Paul I. Esterházy zur Königin des Himmels berühren bis in unsere Tage. Die Vielfalt seiner gesammelten, beauftragten und geschaffenen Werke mit Bezug zur Gottesmutter beeindrucken nicht minder.



