Die Räume des Schlosses

 (Esterhazy)

Raeume Schlosses
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Der Große Saal – Haydnsaal

Das Bildprogramm von Paul I. im »Großen Saal« des 17. Jahrhunderts spannte den Bogen von den ersten Menschen, Adam und Eva, die als marmorne Springbrunnen an den Schmalseiten standen, über die Darstellungen der Esterházy-Besitzungen in der Sockelzone, Ahnenportraits in den unteren Fensternischen, über ungarische Könige, welche die Wandflächen beherrschten, bis hin zu den Portraits römischer Kaiser über den Türen. Zur Deckengestaltung leiteten die Länder- und Provinzallegorien Ungarns, Szenen aus der Hesperiden-Sage sowie aus dem Märchen von Amor und Psyche über. Das Programm gipfelte schließlich in den großen Deckenfeldern, wo im Zentrum auch heute noch die Aufnahme Psyches in den Götterhimmel zu sehen ist.

Der Große Saal, so hieß der Raum bis in das 20. Jahrhundert, wurde erst im ausgehenden 18. Jahrhundert im Zuge des klassizistischen Schlossumbaus verändert. Die Fenster zur Gartenseite wurden geschlossen, Türen eingesetzt und in Richtung Garten der Gartensaal mit vorgelagertem Portikus angegliedert. An den Schmalseiten des Großen Saales brach man die Wasserspiele ab und die Mauern durch, die beiden geplanten Flügel, die sich hier angliedern sollten, wurden jedoch nicht mehr realisiert. An den Wandflächen des Saales erfolgten ebenso Veränderungen; so übertünchte man die Malereien des 17. Jahrhunderts bis auf die Deckenfelder und Friedrich Rhode wurde beauftragt, Blumenfestons und Medaillons in Grisaille an den Wandflächen anzubringen.

Der große Speisesaal – Empiresaal

Bereits unter Fürst Paul I. (1635-1713) wurde der Raum als Speisesaal genutzt und als »Kleines Tafelzimmer« bezeichnet. Dem Zweck des Raumes entsprechend, fanden sich darin Familienportraits, Gemälde mit dem Jäger Aktäon, Bacchus, Nutztieren, aber auch Schlachtendarstellungen. In eine Mauer war ein Speisenaufzug eingelassen, mit dem man das Essen vom Küchenbereich direkt zur Tafel bringen konnte.



Unter Anton I (1783 - 1794) erfuhr auch das einstige Kleine Tafelzimmer seine klassizistische Umgestaltung. Man bediente sich hierzu Tapeten, die mit ihren Sujets die Antikensehnsucht der europäischen Aristokratie und des Bürgertums widerspiegelten. Die Tapeten im heutigen »Empiresaal« stammen aus der Zeit um 1793/94. Man orientierte sich in dieser Zeit an den strengen, geraden Formen und an der Ornamentik der Antike. Es erhielten auch Öfen eine völlig neue, modernere Formensprache.   So ließ man im Eisenstädter Schloss etliche Wärmespender mit klassizistischem Vokabular aufstellen – auch in diesem Raum.

Der kleine chinesische Salon

Der europäische Adel umgab sich im 18. Jahrhundert nicht nur mit asiatischem Porzellan und stellte dies in seinen Residenzen zur Schau, man wollte sich der exotischen Atmosphäre des fernen Ostens vollständig hingeben. Um die Illusion zu perfektionieren, bestückte man die Gärten mit Pagoden, Teehäusern sowie chinesischen Pavillons und holte sich die fernen Länder auch in die Räume der Schlösser. Dies gelang, indem man die Wände mit chinesischen Tapeten schmückte. Die im Eisenstädter Schloss erhaltenen asiatischen Wandbespannungen sind bemerkenswert, da sie trotz der Lichtempfindlichkeit und der sensiblen Substanz der bemalten oder bedruckten Tapetenbahnen in doch großer Zahl die Jahrhunderte überdauert haben.

Die Papiertapeten im sogenannten Kleinen Chinesischen Salon zeigen drei sich wiederholende Motive: Das Zünden von Feuerwerkskörpern beim Neujahrsfest, Grillenkampf bzw. spielende Kinder, Szene mit Lotusblüten und dem Fruchtstand dieser Blume.

Die Schlosskapelle

Die heute bestehende Kapelle des Eisenstädter Schlosses war nicht die erste und einzige in diesem Bau. Als Fürst Paul I. (1635-1713) das Schloss im 17. Jahrhundert umgestalten ließ, war auch noch die sogenannte Lauretanische Kapelle existent. In der Mitte des 18. Jahrhunderts, als die Schlossräume abermals verändert wurden, ließ man diesen Andachtsraum jedoch auf.

Die heute im Westtrakt erhaltene Kapelle wurde 1660 von Graf Georg Széchenyi konsekriert. Bauarbeiten in der Kapelle dürften letztlich bereits 1664 abgeschlossen gewesen sein. In diesem Jahr erhielt der Raum auch eine neue Orgel. 1685 übersandte Papst Innozenz XI. die Reliquien des Hl. Konstantin an Fürst Paul I.; sie sind bis heute im gläsernen Sarg auf dem ihm geweihten Altar im Osten zu sehen. Die Kapelle wurde bereits ab dem 17. Jahrhundert für die Aufführung kirchenmusikalischer Werke genutzt, da ab 1674 ein Kirchenmusikensemble bestand und somit Vorläufer des Orchesters unter Joseph Haydn war. Aus dem 18. Jahrhundert stammt u.a. der Taufstein, im 19. Jahrhundert wurde das Altarbild mit Maria, dem Jesuskind und Engeln, weiters die Gemälde der Hl. Anna und Marias sowie des Hl. Antonius auf den Seitenaltären angebracht. Auch eine Kanzel und eine neue Orgel wurden eingebaut.

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