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13. – 17. Mai 2027

Zu Pfingsten: Haydn & Beethoven

Haydn & Beethoven




13. – 17. Mai

13. Mai, 19:30 Uhr, Haydnsaal: Wiener Philharmoniker

Riccardo Muti, Dirigent
Wiener Philharmoniker

„Haydn ist ein Architekt der Musik“, schwärmt Riccardo Muti: „Deshalb bildet auch Haydn die Brücke zu Beethoven – und nicht Mozart.“ Der italienische Maestro gehört zu den wichtigsten und bevorzugten Dirigenten der Wiener Philharmoniker: Seit seinem 1971 erfolgten Debüt, damals auf Einladung von Herbert von Karajan bei den Salzburger Festspielen, hat Muti mit diesem Orchester kontinuierlich zusammengearbeitet und mehr als 500 seiner Konzerte geleitet, darunter das Festkonzert zum 150. Bestehen der Philharmoniker und sieben Mal das Neujahrskonzert; hinzu kommen über 100 Vorstellungen an der Wiener Staatsoper. Ihm vertrauen die Philharmoniker auch besonders dann, wenn es um die sorgsame Wahrung ihrer eigenen Traditionen geht – und die sogenannte Wiener Klassik nimmt dabei selbstverständlich eine Sonderstellung ein. Wenn die Wiener Philharmoniker unter Riccardo Muti die Konzertreihe zu Pfingsten im Schloss Esterházy eröffnen, dann schlagen sie ganz bewusst die Brücke zwischen Haydn und Beethoven, die beide mit diesem Ort verbunden sind. Denn in wenigen Werken tritt die enge geistige Verwandtschaft zwischen den beiden, die einst Lehrer und Schüler waren, so deutlich zutage wie in den humorvollen Überraschungen von Haydns Symphonie Nr. 88 und Beethovens Vierter. Hier wie dort gilt das, was Muti in als lateinische Phrase zitiert: „Cum parvis componere magna: mit Kleinigkeiten etwas Großes bauen.“ Dazu tritt Richard Strauss mit dem augenzwinkernden Historismus seines „Bürgers als Edelmann“, der das Klassische in der Rückschau neu definiert.

15. Mai, 19:30 Uhr, Haydnsaal: Klavierabend András Schiff

Sir András Schiff, Klavier

Ludwig van Beethoven! „Es gibt wohl keinen zweiten Komponisten, dessen Werke so heterogen, von so unterschiedlichen Charakteren sind“, erklärt Sir András Schiff: „Ich habe also mit Beethoven bewusst lange gewartet und zuerst alles von Bach, Haydn, Mozart und Schubert – und vielen anderen – gelernt. Das hat mir Erfahrung und Selbstvertrauen gegeben, und schließlich war es an der Zeit, meine Kräfte auf Beethoven zu konzentrieren.“ Das Resümee des großen Pianisten? „Durch Beethoven wird man ein besserer Musiker und ein anderer Mensch. Weniger eitel, weniger kleinlich, großzügiger, mutiger. Beethoven war tatsächlich revolutionär, aber nicht nur. Sein Verhältnis zur Tradition ist eindeutig. Auch er war ein rebellierender Schüler, der behauptete, dass man von Haydn nichts lernen konnte. Später hat er diese Meinung revidiert und man könnte tausende Beispiele erwähnen, wo man den Einfluss Haydns spürt, etwa in den Variationssätzen, in der motivischen Arbeit, in der Kühnheit. Da ist Beethoven viel näher an Haydn als an Mozart. Und auch in seinem Humor.“ Erhabenheit und Witz, Monumentalität und Eleganz, Herz und Hirn: Mit Sir András Schiff am Klavier werden Vielfalt und Ausdruckstiefe in der Musik von Haydn und Beethoven lebendig.

16. Mai, 19:30 Uhr, Haydnsaal: Beethoven Messe am Ort der Uraufführung

Sir John Eliot Gardiner, Dirigent
The Constellation Choir & Orchestra

Vielleicht schickte Beethoven gar ein demütiges „Kyrie eleison“ zum Himmel, also ein „Herr, erbarme dich“, als Fürst Esterházy bei ihm eine neue Messe für Eisenstadt bestellte. Denn als sich der Auftraggeber einmal nach dem Arbeitsfortschritt erkundigte, bekam er die Nachricht, dass „ich ihnen mit viel Furcht die Messe übergeben werde, da sie ... gewohnt sind, die Unnachamlichen Meisterstücke des Großen Haidns sich vortragen zu laßen“. Zwar hat Beethoven sich bei dieser prunkvollen C-Dur-Messe in Joseph Haydns Tradition gestellt, zugleich aber ausdrücklich eigene Wege beschritten – etwa mit der symbolhaften Wiederkehr des Kyrie am Ende. Prompt entfuhr auch dem Fürsten bei der Uraufführung kein „Gloria!“, sondern er betrachtete das Werk als gescheitert: vielleicht, weil es aus der Kirche hinaus in den Konzertsaal zu führen scheint. Heute längst als Beethovens erste große Messe von eigenem Rang verehrt, kehrt sie nun im Beethovenjahr 2027 in glanzvoller Besetzung nach Eisenstadt zurück.

17. Mai, 11:00 Uhr, Haydnsaal: Beethoven Finale

Isabelle Faust, Violine
Jean-Guihen Queyras, Violoncello
Sir András Schiff, Klavier
Sir John Eliot Gardiner, Dirigent
The Constellation Choir & Orchestra

Beethoven, der kühne Grenzüberschreiter: Ihn porträtiert diese Abschlussmatinee in Starbesetzung. Werke mit Klavier und Orchester stehen auf dem Programm, aber zugleich auch mehr – in der äußeren Besetzung wie im inneren Gehalt. Zuerst Beethovens „Tripelkonzert“, seine individuelle Auseinandersetzung mit dem Typus der konzertanten Sinfonie nach populärem französischem Gusto: ein tönendes Breitwandgemälde, imposant und delikat, voll elegant ausgespielter Musizierfreude. Ebenfalls kein regelrechtes Solokonzert, sondern eine Fantasie, die alle Beteiligten des Uraufführungsmarathons zusammenfasste, der am 22. Dezember 1808 über die Bühne des ungeheizten Theaters an der Wien ging: Das ist Beethovens packende „Chorfantasie“. Dramatisch düstere Klavierklänge leiten zum Einsatz des Orchesters und Variationen über eine liebliche C-Dur-Melodie über, die schließlich vom Chor aufgegriffen wird und eine gewisse Ähnlichkeit zum Freudenthema der 16 Jahre später uraufgeführten Neunten Symphonie weder verleugnen kann noch muss: beinah ein Pfingsthymnus der Menschlichkeit.