Vom Löschkübel bis zum Spritzenwagen

Unglaublich, aber wahr: eine erste Brandschutz-Verordnung für die Burg Forchtenstein fand sich bereits im sogenannten „Pannbuch“ der Grafschaft Forchtenstein aus dem Jahre 1603. Der Schutz und Erhalt der großen Werte auf der Burg, von den ebendort gelagerten Weinbeständen, über Waffen- und Ausrüstungen bis hin zu den vielzähligen Kostbarkeiten der einzigartigen Schatzkammer, stand immer im Fokus des Interesses der Burgverwaltung.
Für das 19. Jahrhundert können bereits erste diesbezügliche Brandschutz und Bergeübungen belegt werden. Überdies unterhielt der Burgkastellan im Auftrage seines Fürsten eine einsatzfähige Feuerwehr-Truppe vor Ort. Bis zum heutigen Tag haben sich zahlreiche historische Gerätschaften für den Brandschutz und die Brandwehr, allen voran zwei Handspritzen auf Burg Forchtenstein erhalten. Sie zeugen von einer aktiven Auseinandersetzung mit den möglichen Gefahren einer Feuersbrunst, die dem so bedeutenden Standort esterházyscher Repräsentation, dem „Tresor der Fürsten“, zweifellos großen Schaden zugefügt hätte. Längst hat sich in den letzten Jahrzehnten eine intensive und auf modernste Grundlagen fußende Zusammenarbeit mit der nahegelegenen freiwilligen Feuerwehr Neustift a.d. Rosalia etabliert. Jährliche, großangelegte Übungen mit jeweils neuen inhaltlichen Schwerpunkten zielen auf eine Intensivierung der Ortskenntnisse und lokalen Begebenheiten des potentiellen Einsatzortes ab und zeugen von der wahrgenommenen, auf Seiten der Feuerwehr ehrenamtlichen, Verantwortung für das bemerkenswerte Kulturgut Burg Forchtenstein.
Aus Anlass des 135jährigen Jubiläums des Bestehens der FF-Neustift a.d. Rosalia präsentiert die Sammlung Privatstiftung Esterházy gemeinsam mit der FF-Neustift a.d. Rosalia an zwei nahegelegenen Ausstellungsorten eine spannende Zusammenschau der lokalen Entwicklung von Brandschutzaspekten von der Vergangenheit bis in die heutigen Tage.
Der Schauraum „Vom Löschkübel bis zum Spritzenwagen. Feuer, Brand, Kulturgutschutz auf Burg Forchtenstein im Wandel der Zeit“ befindet sich im Torzwinger am Beginn der Brücke zur Burg Forchtenstein.



