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Steinbruch St.Margarethen

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Jubiläum

100. Geburtstag von Melinda Esterházy

Melinda Esterházy erlebte den Ruhm der Oper, heiratete die Liebe ihres Lebens und geriet mit ihm in die politischen Wirren des 20. Jahrhunderts. Am 24. Mai 2020 wäre sie 100 Jahre alt geworden.

Melinda 100 Jahre Header

Melinda Esterházy galt als außergewöhnliche Balletttänzerin, die später ihrem Mann Dr. Paul Esterházy besonnen mit Rat zur Seite stand.

Nach seinem Tod brachte sie das Erbe in Stiftungen ein und legte damit den Grundstein für die als zukunftsorientiertes Unternehmen geführten Esterházy Betriebe.

Mit Talent und Zielstrebigkeit an die Spitze
Melinda Esterházy kam am 24. Mai 1920 in Budapest als ältestes Kind des Richters und späteren Präsidenten des Obersten Gerichtshofs Desző Ottrubay und seiner Frau Rosa zur Welt. Schon früh meldete ihre Mutter Melinda in der „Schule für Rhythmische Gymnastik“ an und setzte damit den ersten Schritt für die Karriere ihrer Tochter. Durch Talent, Konsequenz und Ehrgeiz schaffte das Mädchen die Aufnahme als Ballerina an der Budapester Oper, es folgten erste Auftritte im Ausland. Ihre Laufbahn krönte Melinda Esterházy 1945 mit der Ernennung zur Primaballerina Assoluta des Königlich-Ungarischen Opernhauses, einem Ehrentitel, der zum ersten Mal einer ersten Solotänzerin in der Geschichte dieser Budapester Institution verliehen wurde.

Privater Weg
Neben ihren Auftritten im Scheinwerferlicht führte Melinda Ottrubay ein bürgerliches Leben, in dem vor allem Bildung einen hohen Stellenwert einnahm. Sie las viel und legte 1938 die Matura ab. Im Sommer 1946 stand sie das letzte Mal auf der Bühne, um die Welt der Oper gegen privates Glück zu tauschen: Am 3. August 1946 heiratete Melinda Ottrubay Dr. Paul Esterházy (1901–1989), den zwölften Majoratsherrn des Hauses. Stillschweigend verabschiedete sie sich aus der Öffentlichkeit, um als Ehefrau ein neues Leben zu beginnen. Ende 1948 wurde Dr. Paul Esterházy jedoch auf Befehl des kommunistischen Regimes verhaftet und im darauffolgenden Februar in einem Schauprozess zu 15 Jahren schweren Kerkers verurteilt. Er kam durch eine Amnestie im Zuge der Revolution im Oktober 1956 frei. Mithilfe von österreichischen Mitarbeitern der Esterhazy’schen Domäne gelang Melinda und Paul Esterházy die Flucht nach Österreich. Da sich das Paar so nahe an der ungarischen Grenze nicht sicher fühlte, reiste es weiter nach Zürich, wo Melindas Bruder lebte.

Universalerbin
Nach der Ankunft in der Schweiz übernahm Dr. Paul Esterházy umgehend die Leitung der Domäne, die bis 1955 unter sowjetischer Verwaltung gestanden war. Melinda unterstützte ihn dabei, indem sie Berichte bearbeitete und ihn bei Entscheidungen beriet. So war sie von jenem Zeitpunkt an in die Führung der Geschäfte eingebunden. 1969 erteilte Dr. Paul Esterházy seiner Frau Melinda die stellvertretende Verwaltungsvollmacht, 1986 setzte er sie zur Universalerbin ein., womit die Verantwortung für den historischen Besitz zum ersten Mal an eine Person von bürgerlicher Herkunft übertragen wurde. Am 25. Mai 1989 verstarb mit Dr. Paul Esterházy der letzte Majoratsherr des Magnaten-Hauses.

Entscheidungen mit Weitblick
Kurz darauf übernahm Melinda Esterházy die Leitung der Domäne. Sie arbeitete sich in alle relevanten Bereiche ein und stand in engem Kontakt mit Eisenstadt. Ihre gewinnende und wohlwollende Art trug ihr im Burgenland rasch die Sympathien der Bevölkerung ein. Sie unterstützte zahlreiche soziale und regionale Initiativen – Feuerwehren, Kindergärten, Musikgruppen. Als großes Anliegen galt ihr jedoch auch der Erhalt der Einheit des historischen Erbes der Familie Esterházy. Ab 1994 brachte sie den Besitz in Stiftungen ein und stellte damit die Weichen für einen der stärksten Wirtschaftsbetriebe des Burgenlandes: Die Esterhazy Betriebe GmbH verwaltet heute das Vermögen der Stiftungen. 2002 zog sich Melinda Esterházy im Alter von 82 Jahren auf eigenen Wunsch aus der Öffentlichkeit zurück. Sie verbrachte ihre letzten Lebensjahre im privaten Kreis in der Schweiz und auch im Burgenland. Ihrer Rolle als Förderin von Kunst und Kultur kam sie jedoch weiterhin nach.

Am 27. August 2014 verstarb Melinda Esterházy im Alter von 93 Jahren in Eisenstadt. Seit 2016 ist ihrem bewegten Leben eine Ausstellung in Schloss Esterházy gewidmet: „Melinda Esterházy. Das Leben hat mir viel geschenkt“. In jenem Jahr erschien auch die gleichnamige Biographie, die dem bewegten, von Höhen und Tiefen geprägten Leben einer außergewöhnlichen Persönlichkeit nachspürt und durch erstmals veröffentlichte Bilddokumente Einblicke darin eröffnet.

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