Der Haydnsaal

Originalschauplatz und Festivalforum

Haydnsaal im Schloss Esterházy

Der Große Saal – Haydnsaal

Graf Paul Esterházy (ab 1687 Fürst Paul I.) ließ in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts den barocken Festsaal errichten und mit opulenten Fresken schmücken. Im 20. Jahrhundert erhielt der sogenannte „Große Saal“ seinen heutigen Namen: Haydnsaal. Dank der herausragenden Akustik und seiner Ausstattung gilt er als ein Juwel unter den Konzertsälen weltweit.

Auch 2019 bildet der Haydnsaal den beeindruckenden Rahmen für die Konzertreihe classic.Esterhazy sowie für das HERBSTGOLD - Festival in Eisenstadt, das von 11. bis 22. September ganz besondere Klänge in den Haydnsaal bringen wird. Das Ineinanderfließen von musikalischen Highlights, prunkvoller Ausstattung und eindrucksvoller Architektur begeistert nationale und internationale Musiker sowie Gäste aus aller Welt gleichermaßen.

Der Haydnsaal wird aufgrund seiner hervorragenden Akustik für mehr als 100 Konzerte im Jahr genutzt, daher kann es Einschränkungen bei der Besichtigung geben.

Geschichte und Architektur 

Das Bildprogramm von Paul I. im »Großen Saal« des 17. Jahrhunderts spannte den Bogen von den ersten Menschen, Adam und Eva, die als marmorne Springbrunnen an den Schmalseiten standen, über die Darstellungen der Esterházy-Besitzungen in der Sockelzone, Ahnenportraits in den unteren Fensternischen, über ungarische Könige, welche die Wandflächen beherrschten, bis hin zu den Portraits römischer Kaiser über den Türen. Zur Deckengestaltung leiteten die Länder- und Provinzallegorien Ungarns, Szenen aus der Hesperiden-Sage sowie aus dem Märchen von Amor und Psyche über. Das Programm gipfelte schließlich in den großen Deckenfeldern, wo im Zentrum auch heute noch die Aufnahme Psyches in den Götterhimmel zu sehen ist.

Der Große Saal, so hieß der Raum bis in das 20. Jahrhundert, wurde erst im ausgehenden 18. Jahrhundert im Zuge des klassizistischen Schlossumbaus verändert. Die Fenster zur Gartenseite wurden geschlossen, Türen eingesetzt und in Richtung Garten der Gartensaal mit vorgelagertem Portikus angegliedert. An den Schmalseiten des Großen Saales brach man die Wasserspiele ab und die Mauern durch, die beiden geplanten Flügel, die sich hier angliedern sollten, wurden jedoch nicht mehr realisiert. An den Wandflächen des Saales erfolgten ebenso Veränderungen; so übertünchte man die Malereien des 17. Jahrhunderts bis auf die Deckenfelder und Friedrich Rhode wurde beauftragt, Blumenfestons und Medaillons in Grisaille an den Wandflächen anzubringen.