Vermittlung des kulturellen Erbes an die Generation „Z”

Die Esterházy Stiftung Ungarn veranstaltete am 18. Oktober 2018 eine Konferenz, die die Weitergabe des kulturellen Erbes durch den Geschichtsunterricht zum Inhalt hatte.

Bereits zum zweiten Mal veranstaltete die Esterházy Stiftung Ungarn (Esterházy Magyarország Alapítvány) in Budapest eine methodologische Konferenz im Rahmen der Konferenzreihe „Innovationen und Inspirationen im Geschichtsunterricht”. Die diesjährige Veranstaltung stellte die „Vermittlung des kulturellen Erbes an die Generation ‚Z‘ durch den Geschichtsunterricht” in den Mittelpunkt. Sie fand am 18. Oktober 2018 im Forschungshaus für Humanwissenschaften der Ungarischen Akademie der Wissenschaften (MTA) statt.

Die Eröffnung der Konferenz nahmen Zita Horváth, stellvertretende Staatssekretärin der Universitäts- und Hochschulausbildung, und Balázs Czigány, stellvertretender Direktor der Esterházy Privatstiftung, vor. Beide Referenten betonten in ihren Reden die Bedeutung der jungen Generation und der sie unterstützenden Pädagogen in der Vermittlung des kulturellen Erbes. Zita Horváth lobte die neue und innovative Methodologie des ESTÖRI Wettbewerbs. Balázs Czigány stellte die Esterházy Stiftung Ungarn vor und machte in seiner Rede darauf aufmerksam, dass sich die Pädagogen den Bedürfnissen der Generation „Z” anpassen müssten, denn es läge gerade in ihrer Verantwortung, das kulturelle Erbe weiterzugeben.

Zahlreiche Referenten sprachen über ihre wissenschaftlichen Fachbereiche und hielten dabei nicht nur inhaltsreiche, sondern auch unterhaltsame Vorträge. Éva Gyarmathy, leitende Wissenschaftlerin des Instituts für Kognitive Neurowissenschaft und Psychologie der MTA TTK, sprach über das Zeitalter der Erneuerung des Lernens. Diese Erneuerung bedeute die Rückgewinnung der Mobilität, denn der Mensch war geboren, um sich zu bewegen, ehe Landwirtschaft, Schriftlichkeit und Bildungswesen sein Leben veränderten. Die Referentin betonte auch die Veränderungen in der Kommunikation: Die Generation „Z” sehne sich nach Kontakten, Erlebnissen und Spielen und erhoffe sich Zugehörigkeit zu einer Gruppe, Informationen, Selbsterkenntnisse und Erfolge.
Ferenc Mező stellte in seinem äußerst humorvollen Vortrag über das kreative Lernen anhand anschaulicher Beispiele vor, wie Lernmethodologie kreativ gestaltet werden kann. Er betonte, dass es nicht gelte, bloß Geschichte, sondern vielmehr das Erkennen von Zusammenhängen, das kritische Gespür, die Lösung von Problemen und ähnlich wichtige Kompetenzen zu lehren.

Tamás Foki, stellvertretender Direktor des Fazekas Gymnasiums und Vorsitzender der ESTÖRI Wettbewerbskommission stellte – zusammen mit den Schülern des Czuczor Gergely Gymnasiums der Benediktiner von Győr – die Esterházy Summer University vor. Sie präsentierten einen Kurzfilm über die Sommeruniversität, in dem die jugendliche Auffassung, Lebendigkeit und der Schwung des Projektes gezeigt wurde.
Die leitende Museumspädagogin des Ungarischen Nationalmuseums, Gabriella Kesik, widmete ihren Vortrag der Frage „Museum – das langsame Genre?” und legte im Zuge ihrer Präsentation Antworten darauf dar. Auch wenn in unserer beschleunigten Welt die Museen versuchen mitzuhalten, um Interesse zu gewinnen – ein Museum bleibt doch grundlegend ein langsames Genre, denn es ist ein „offline Platz“, an dem statt eines virtuellen ein reales Treffen mit den Gegenständen zustande kommt. Das Museum funktioniert als eine Zwischenwelt zwischen Lehrbüchern und der realen Welt, wo es keinen Irrtum, keine Erwartungen gibt, man hat aber die Möglichkeit, Entdeckungen zu machen und zu analysieren. Der Multi- und Interdisziplinarcharakter eines Museums schafft Raum auch für erfolgreiche Lernmethodologien.
Balázs Bezerédy-Herald sprach über die Generation „Z” und charakterisierte sie als digitale Generation, die auch analoge Bedürfnisse hat. Als Business Coach steht er im Kontakt mit Jugendlichen, die den arbeitsuchenden Generationen „Y” und „Z” zugerechnet werden, und beschrieb diese Gruppe unter diesem Blickwinkel. Er stellte fest, dass für das Interesse der „Digital Natives” in Bezug auf eine erfolgreiche Ausbildung drei Hauptbereiche essenziell sind: Kontakt, Kreativität und Gemeinschaft.

Als letzter Referent sprach István Gerse, Dozent am Alba Innovár Digitale Erlebniszentrum. Er überraschte das Publikum mit zahlreichen praktischen methodischen „Leckerbissen”, die Lehrern und Fachleuten innovative Möglichkeiten in die Hand geben können. Vom Timeline Editor über die digitale Korktafel bis hin zu projektleitenden Applikationen konnte das Publikum aus den Möglichkeiten wählen.
In den Pausen der Konferenz hatten die Lehrer im Rahmen eines Workshops die Möglichkeit, ihre Fragen bezüglich des ESTÖRI Wettbewerbs zu stellen.

Die von Esterházy veranstaltete Konferenz war komplett ausgebucht und erhielt sehr positive Rückmeldungen. Bilder der Konferenz finden Sie unter: https://goo.gl/aGrAjc

 

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