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Vorhang auf am 22. April

30.01.2018 | 10:15 |  (Esterhazy)

Olena Tokar, Sopran
Gabor Takács-Nágy, Dirigent
Budapest Festival Orchestra

Wolfgang Amadeus Mozart war neun Jahre als, als er seine erste Sinfonie komponierte. Die Dirigenten-Legende Karl Böhm sollte später darüber sagen: „Es ist für mich eines der frischesten Werke Mozarts, bei dem seine spätere Genialität mehr als nur durchblitzt.“ Aufblitzende Genialität bringt also den Einstieg in den Abend. Mit ironischer Selbskritik geht es schließlich weiter. Denn Haydn meinte über seine Sinfonie Nr. 60: „Es ist ein alter Schmarrn“. Allerdings gehört genau dieses Werk zu den originellsten der Klassikwelt.

Theatermusik, Arien und eine Sinfonie

Mozart und Haydn stehen im Mittelpunkt dieses classic.Esterhazy-Abends. Auch die enge Bindung der Familie Esterházy zu Ungarn wird thematisiert. Dafür sorgt das von Ivan Fischer gegründete berühmte Budapest Festival Orchester. Es präsentiert sich mit einem Programm aus Theatermusik der Wiener Klassik von Haydn und Mozart, Arien und der köstlichen, nach einem französischen Lustspiel komponierten Sinfonie mit dem Beinamen „Der Zerstreute“.
Theaterluft weht durch den Haydnsaal. Die Faszination von Oper und Schauspiel greift im Konzert um sich. Zum Beispiel, wenn ein Sopran nach Mozarts maßgeschneiderten Noten sowohl Ausdruckskraft als auch „geläufige Gurgel“ beweist. Mozart meinte darüber: „Denn ich liebe dass die aria einem Sänger so accurat angemessen sey, wie ein gutgemachts kleid.“ Schon in seiner frühesten Sinfonie lässt der kaum neunjährige Mozart ein Forte- und ein Piano-Motiv dramatisch aufeinander antworten. Und nimmt damit die berühmte Viertonfolge seiner letzten Sinfonie, der „Jupiter-Sinfonie“, vorweg.
Mit Joseph Haydn werfen wir schließlich einen Blick durchs Fernrohr in die „Welt auf dem Monde“. „Il mondo della luna“ war 1777 in Schloss Esterházy uraufgeführt worden – classic.Esterhazy bringt es an die historische Spielstätte zurück.

 


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