300 Jahre gesammelt – in 3 Tagen entwendet

Die berühmte Schatzkammer der Esterházys in den Stürmen des 20. Jahrhunderts in einer Jubiläums-Sonderausstellung auf Burg Forchtenstein.

Die temporäre Ausstellung präsentiert die Schätze der geschichtsträchtigen Familie Esterházy und die Geschehnisse von vor hundert Jahren. Sie ist die zeitlich mit dem hundertsten Jahrestag der Räterepublik in Ungarn verknüpft ist. Auch jenes gesellschaftliche Milieu wird veranschaulicht, in dem nicht nur Land, Fabriken und Kleinbetriebe verstaatlicht, sondern den rechtmäßigen Eigentümern enorm viele Kunstschätze entwendet wurden.

Kontakt

Burg Forchtenstein
7212 Forchtenstein
T + 43 (0) 2626 / 812 12
burg-forchtenstein@esterhazy.at

Deutlich wird auch, dass der auf Burg Forchtenstein ausgestellte Teil der Sammlung eine Einheit mit den in Ungarn befindlichen Teilen des Forchtensteiner Schatzes bildet. Die würdige Präsentation und die Erforschbarkeit dieses Ensembles von Kunstgegenständen wird sowohl von den Kunsthistorikern als auch von der Esterházy Privatstiftung für äußerst wichtig gehalten.
Öffnungszeiten

1. April - 3. November

täglich 10.00 - 18.00 Uhr

17.00 Uhr Kassaschluss


Den überlieferten Quellen zufolge beträgt die Anzahl jener Kunstgegenstände – unter anderem Porzellan, Möbel, Goldschmiedearbeiten, Schmuckgegenstände, Waffen, Gobelins, Spitzenstoffe und Teppiche – die den rechtmäßigen Eigentümern durch den Revolutionären Regierungsrat im Rahmen der sog. „Sozialisierung“ entwendet wurden, etwa 6-7000. Dies begann gleich am nächsten Tag nach dem Ausrufen der Räterepublik vor hundert Jahren, d. h. am 22. März 1919.

Eintritt

Die Sonderausstellung ist kostenlos im Rahmen der Ausstellung "Helden - Schätze - Beutestücke" zu besuchen.

Erinnerung an den 1. April 1919

An diesem Tag erschienen die Mitglieder des Direktoriums der Räterepublik aus Sopron und dem Komitat Sopron in der Burg Forchtenstein, um die dort seit Jahrhunderten in einer Einheit bewahrten Kunstschätze zu konfiszieren, d.h. diese nach der damals gebräuchlichen offiziellen Bezeichnung zu „sozialisieren”.

Die aus Hunderten von Kunstgegenständen bestehende Kunstsammlung von unschätzbarem Wert – es handelt sich überwiegend um Gegenstände aus Gold, mit Edelsteinen verzierte Schmuckstücke und Textilien – ist bis heute nicht in die Burg zurückgekehrt. Die aus 280 Stück bestehenden, nach Budapest gebrachten und die stürmischen Zeiten des 20. Jahrhunderts überlebenden Teile werden heute an verschiedenen Orten aufbewahrt; ihre Präsentation vor der breiten Öffentlichkeit und ihre Erforschbarkeit durch Wissenschaftler ist nicht, oder nur in sehr beschränktem Maße gewährleistet.

Die Ausstellung erläutert die Epoche der Räterepublik anhand von Fotos und Infografiken, stellt die Praxis der „Sozialisation“, der Konfiszierung der privaten Kunstgegenstände vor, aber auch zahlreiche bedeutende und bekannte Objekte der als Forchtensteiner Schatz bezeichneten Sammlung sind hier zu sehen. Der gewaltsamen, nach bolschewistischem Schema durchgeführten Enteignung wird durch die Zurschaustellung jener kunstvoll gestalteten, millimetergenau auf das einzelne Kunstobjekt zugeschnittenen Behälter gedacht, welche – nach der Verschleppung der Kunstschätze unter militärischem Geleit – in der Burg verblieben sind. Die zu den seit hundert Jahren leerstehenden Behältern gehörenden, aus Forchtenstein verschleppten Kunstobjekte werden in der Ausstellung in digitaler Form präsentiert.

Sonderausstellung auf Burg Forchtenstein

Gergely Csig\u00F3

Sonderausstellung auf Burg Forchtenstein

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Sonderausstellung auf Burg Forchtenstein

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