am 25. Mai 2019

30. Todestag des Fürsten Dr. Paul V. Esterházy (1901–1989)

Auf Initiative der Esterhazy Privatstiftung wurde am 24. Mai 2019 um 16 Uhr in der Budapester St. Stephans Basilika ein Gedenkgottesdienst zelebriert.

Gedenkmesse zu Ehren des Fürsten Dr. Paul Esterházy in Budapest

Gedenkmesse zu Ehren des Fürsten Dr. Paul Esterházy in Budapest

Vor 30 Jahren verstarb Dr. Paul Esterházy. Auf Initiative der Esterhazy Privatstiftung wurde am 24. Mai 2019 um 16 Uhr in der Budapester St. Stephans Basilika ein Gedenkgottesdienst mit anschließendem Konzert zelebriert und des bewegten Lebens einer großen Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts gedacht.

Pressekontakt

Mag. Barbara Wagner-Gmeiner
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Dr. Paul Esterházy wurde am 23. März 1901 als Sohn von Nikolaus IV. und Margit Esterházy, geb. Gräfin Cziráky et Dénesfalva, in Eisenstadt geboren. Er wuchs in Budapest auf und studierte nach Abschluss seiner Schulausbildung an der Universität Budapest Jura und Staatswissenschaften. Nach dem plötzlichen Tod seines Vaters im Jahr 1920 trat er im Alter von 19 Jahren das Majorat an. Damit übernahm er nicht nur die Verantwortung über das Haus Esterházy und seine kulturellen und historischen Schätze, sondern auch über rund 200.000 Hektar Grund, die nach den Friedenschlüssen von St. Germain und Trianon nun in zwei Ländern – Österreich und Ungarn – lagen. Da sich der Großteil des Besitzes in Ungarn befand, entschloss sich der Majoratsherr zum Verbleib in Ungarn.

Dr. Paul Esterházy sah es als seine Aufgabe an, den Zusammenhalt des im 17. Jahrhundert gegründeten Fideikommiss zu gewährleisten und das kulturelle, wirtschaftliche und architektonische Erbe seiner Familie zu bewahren. Seine Prämisse war es, nicht durch die Ausübung von politischen Funktionen, sondern durch verantwortungsbewusste Leitung seiner Besitzungen seinen Beitrag für sein Land zu leisten. Während der Zeit des Nationalsozialismus verhielt er sich politisch zurückhaltend. Er verhalf jedoch im Hintergrund jüdischen Kindern und Familien zur Flucht und rettete so zahlreiche Menschen vor dem Tod.

1946 ehelichte er die aus einer bürgerlichen Familie stammende Melinda Ottrubay, die zu jener Zeit als Primaballerina assoluta am Zenit ihrer Karriere als Balletttänzerin an der Budapester Oper stand. Die österreichischen Besitzungen waren zu jenem Zeitpunkt unter sowjetischer Verwaltung, der ungarische Besitz wurde komplett enteignet. Das Paar lebte bescheiden in einer Wohnung in Budapest, wo Dr. Paul Esterházy am 2. Dezember 1948 verhaftet wurde. Unter dem Vorwurf des Hochverrats und Devisenhandels wurde er in einem anschließenden Schauprozess zu 15 Jahren Haft verurteilt. Im Zuge der Oktoberrevolution im Herbst 1956 erfolgte seine Amnestierung und er konnte, auf Initiative von Mitarbeitern der Domäne Esterházy, gemeinsam mit seiner Frau Melinda außer Landes gebracht werden.

Über Österreich reiste das Paar weiter in die Schweiz, von wo aus Dr. Paul Esterházy bis an sein Lebensende seinen Besitz in Österreich verwaltete. Er verstarb am 25. Mai 1989 – wenige Monate vor dem Fall des Eisernen Vorhangs – in Zürich. Seine Besitzungen und die damit verbundene Verantwortung übertrug er testamentarisch seiner Gattin Melinda, die dieses kulturelle und historisch bedeutende Erbe 1994 in drei Privatstiftungen einbrachte.

In Gedenken an Dr. Paul Esterházy zelebrierte Astrik Várszegi, emeritierter Abt von Pannonhalma, am 24. Mai um 16 Uhr in der St. Stephans Basilika in Budapest einen Gedenkgottesdienst. Daran schloss ein Konzert des Organisten Róbert Kovács unter Mitwirkung eines Streichquartetts, bestehend aus Mitgliedern der Haydn Philharmonie, an.

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