PromESSinG – ein neues Projekt zur Förderung des nachhaltigen Weinbaus

( Esterhazy )

Weinbaulandschaften waren über die Jahrhunderte immer Ort mit hoher Biodiversität, also hoher Artenvielfalt. Dazu gab es oft eine gemischte Bewirtschaftung, neben Rebstöcken wurden auch Obstbäume gepflanzt, man denke nur an die Kirschbäume und Weingartenpfirsiche in unserer Umgebung.

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In manchen Gegenden wurden sogar die Reihen zwischen den Rebzeilen genutzt und beispielsweise Weizen angebaut. Durch die zunehmende Spezialisierung und Intensivierung der Landwirtschaft wurden diese Flächen deutlich artenärmer, mit negativen Folgen nicht nur für die Natur sondern auch für den Weinbau. Für die Bodenfruchtbarkeit und Bodenstabilität, die Schädlings- und Unkrautkontrolle sind die Wechselwirkungen der vielfältigen Bodenflora und Bodenfaune wie Regenwürmer, Insekten, Pfanzen aber auch Pilzen und Bakterien von höchster Bedeutung.

 

Vielfalt und Monokultur am Beispiel von Priorat/Spanien und Bordeaux/Frankreich

Um diese Wechselwirkungen zu untersuchen und zu fördern wurde das Projekt PromESSinG (Promoting Ecosystem Services in Grapes) gestartet. Fünf Universitäten in fünf Ländern, Frankreich, Schweiz, Deutschland, Rumänien und Österreich untersuchen und forschen mit den gleichen wissenschaftlichen Methoden, was die Ergebnisse gut vergleichbar macht.

Zuständig für Österreich ist die Universität für Bodenkultur in Wien, die neben den Weingütern Jurtschitsch und Kollwentz das Weingut Esterhazy als Partnerbetrieb hat. An zwei Standorten, Riede Föllig in Großhöflein und Riede Krakauer in St. Georgen wurden dazu Untersuchungsflächen eingerichtet. Dazu wurden hintereinander 4 Flächen, jeweils 4 Rebzeilen breit und 20 Meter lang eingerichtet, die unterschiedlich bewirtschaftet werden. Jeweils mit Dauerbegrünung, offenem Boden, alternierender Begrünung (eine Reihe begrünt, die Nachbarreihe offen, Wechsel jedes Jahr) und unserem Esterhazy – internen System, einer Mischung aus Dauerbegrünung und teilweisem Umbruch.

Auf diesen Flächen wird nun mit unterschiedlichen Methoden die Artenvielfalt bestimmt. Dazu gehört die Aufnahme des Pflanzenbestandes durch Zählen, Chlorophylmessungen in den Blättern, Käferfallen oder auch Teabag-Methode. Dazu wird ein Teesack Lipton Grüner Tee im Boden vergraben und zu unterschiedlichen Zeitpunkten der Zersetzungsgrad dessen bestimmt, eines der besten Zeichen für die Bodenaktivität.

Aktuell befinden wir uns im dritten und abschließenden Untersuchungsjahr. Die Ergebnisse werden dann zu einem späteren Zeitpunkt folgen. Bis dahin sind wir froh, einen Beitrag zur Biodiversität in unserem Gebiet geleistet zu haben.