Stiftung, Teilung: Schwere Zeiten

 (Esterhazy)

Die Zeit des letzten Fürsten, Paul V. Esterhazy, war geprägt von den Weltkriegen und der Konsolidierung der Güter.

Stiftung Teilung Schwere Zeiten
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Nikolaus’ Nachfolger mühten sich um die Konsolidierung des Esterházy-Besitzes und stifteten 1864 als Ausdruck ungarischen Nationalbewusstseins die bedeutendste Gemäldesammlung eines ungarischen Magnaten dem ungarischen Königreich, das sich damals im Aufbruch befand.
Die Esterházy-Galerie wurde später gegen eine einmalige Zahlung des Königreiches Ungarn  dem heutigen Museum der Schönen Künste in Budapest einverleibt.

Auch die Graphischen Sammlungen kamen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in ungarischen Staatsbesitz, die Skulpturensammlung wurde in alle Winde verstreut.

Wertvolle Familiencimelien kamen in London unter den Hammer. Zu den Schwierigkeiten der Familie gesellten sich die Entwicklungen der Weltgeschichte, die nach dem Ersten Weltkrieg mit dem Vertrag von Trianon die riesigen Güter der Familie in einen österreichischen und einen ungarischen Teil trennen sollten.


Der bei Erbantritt 1920 gerade 19-jährige Paul V. Fürst Esterházy (1901 bis 1989) entschied sich für die ungarische Staatsbürgerschaft und konnte bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges die Güter konsolidieren.


In dieser Zeit wurde die seit dem 18. Jahrhundert weitgehend vergessene Schatzkammer auf Burg Forchtenstein wieder entdeckt. Einige ihrer wertvollsten Stücke wurden vorerst dem ungarischen Kunstgewerbemuseum zur Verfügung gestellt, kamen jedoch gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wieder in Besitz des Fürsten Paul, der sie in seinem Budapester Palais in der Tarnok utca aufbewarhte. Leider erlitten sie in den Wirren der politischen Umbrüche der Nachkriegszeit großen Schaden. Der ungarische Staat übernahm die Stücke und restaurierte mit Sorgfalt, was noch zu retten war. Ein Teil dieser ehemaligen Forchtensteiner Bestände wird bis heute im Kunstgewerbemuseum Budapest verwahrt und stellt Höhepunkte der Sammlungen von Gold- und Silberschmuck, Schatzkunst und Textilien der Frühen Neuzeit dar. Die Münzen der Schatzkammersammlung befinden sich heute im Ungarischen Nationalmuseum in Budapest.




Durch den Verlust der ca. 220.000 Morgen ungarischen Esterházy-Besitzes nach 1945 und die Einkerkerung des Fürsten aus politischen Gründen von 1948 bis 1956 erlebten die fürstlichen Sammlungen im bei Österreich verbliebenen Burgenland schwierige Zeiten.

Zwar wurde nach 1955 das Museum auf Burg Forchtenstein wieder eröffnet - immerhin seit der Zeit des Wiener Kongresses für das Publikum zugänglich - und auch der Haydnsaal im Schloss Eisenstadt wieder für Konzerte genutzt, doch wurden kaum noch Objekte auf Ausstellungen gegeben und die Sammlung nicht mehr wissenschaftlich betreut.

Während der Konsolidierung des fürstlichen Besitzes nach dem II. Weltkrieg wurde die Schätze der Sammlungen in den Depots verschlossen. - Die Sammlungen und Museen der Fürsten Esterházy fielen endgültig in Vergessenheit.

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