Sonderpräsentation: Herend bei Esterházy

 (Esterhazy)

Von 15. Juni bis 31. Oktober werden in Schloss Esterházy Kostbarkeiten aus Porzellan präsentiert.

Sonderpraesentation Herend Esterhzy
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Standorte/Tickets

  • Die Exponate befinden sich aufgeteilt auf verschiedene Räumlichkeiten im Schloss und ist im Rahmen der Ausstellung "Appartement der Fürstin" zu besichtigen. Die Übersicht sowie umfassende Informationen zu allen Exponaten finden Sie im Besucherskript, das um 2,00 Euro im Esterházy Schlosshop erhältlich ist.

Porzellan spielte in der Standesrepräsentation der Fürsten Esterházy immer eine bedeutende Rolle. Nicht nur die Räume wurden mit zahlreichen zerbrechlichen Kostbarkeiten geschmückt, vor allem an der Tafel legte man Wert auf ausgewähltes Geschirr. Die Porzellansammlung der Fürsten Esterházy bestand aus zahlreichen Stücken der großen und bedeutendsten Manufakturen aus Wien, Meissen oder Sevres. Die Esterházy Sammlung konnte sich mit jenen europäischer Königs- und Fürstenhäuser durchaus messen. Sie war im 18. Jahrhundert begonnen und im Laufe der Jahrzehnte beträchtlich angewachsen. Der Höhepunkt war gewiss die letzte große Anschaffung von mehreren hundert Stück japanischen und chinesischen Porzellans durch Fürst Nikolaus II. Esterházy zu Beginn des 19. Jahrhunderts.

Durch die engen Beziehungen der Familie Esterházy zu Ungarn wurden auch dort viele Gegenstände angekauft. So finden sich heute noch Porzellane aus Herend im Depot, die von den frühen 1850er Jahren bis zum Ende des 20.Jahrhunderts reichen.

Der Beginn der Manufaktur Herend


Der gelernte Kartenmaler Vince Ferenc Stingl gründete 1839 eine Steingutfabrik in Herend. Da seine Experimente mit der Herstellung von Porzellan einen sehr hohen finanziellen Aufwand bedeuteten, wurde er unter anderem von Mór Fischer finanziell unterstützt. Weil Stingl diese Kredite nicht zurückzahlen konnte, ging die Fabrik nach und nach in die Hände von Fischer über. 1842 erhielt die Manufaktur den Titel einer Kaiserlich-Königlichen Porzellanfabrik und durfte das ungarische Wappen als Marke auf den produzierten Erzeugnissen verwenden. Mór Fischer erkannte schnell die Bedeutung der internationalen Präsenz der Manufaktur für einen steigenden Absatz seiner Produkte, weshalb die Manufaktur Herend auch bei allen Weltausstellungen von 1851 bis 1873 vertreten war. Dort konnte Fischer auch bedeutende Kunden wie Königin Victoria von England oder Kaiser Franz Joseph I. gewinnen.

Die Muster des „Esterházy“ Dekor wurde der chinesischen Formensprache entnommen, worauf die chinesischen Schriftzeichen verweisen. Vermutlich hatte Graf József Esterházy einige asiatische Stücke mit derartigem Ornament in seinem Gepäck, als er nach seinem diplomatischen Dienst in St. Petersburg nach Ungarn zurückkehrte. Das erste Mal wurde dieses Muster in Herend auf großen Vasen angebracht, die anschließend im Empfangsaal des Schlosses der Grafen Esterházy in Pápa aufgestellt wurden. Auf einem rost- oder ziegelroten Untergrund wurde das weiße Ornament, welches stilisierte Schachtelhalme sowie kleine Blumen und chinesische Buchstaben kombiniert, appliziert. Oft befinden sich die gleichen Motive auch auf der Innenseite der Gefäße, jedoch in umgekehrter Farbgebung.

Herend Porzellan im Bestand der Fürsten Esterházy


Im Bestand der Sammlungen der Fürsten Esterházy hat sich kein Service aus der Manufaktur Herend vollständig erhalten. Die noch verbliebenen Einzelteile aus Kaffee- und Tafelservicen mit unterschiedlichstem Dekor sind Teil der Sonderpräsentation.

Die Esterházy Fürstinnen und Herend


Fürstin Margit (1874 – 1910), geborene Gräfin Cziráky, nahm sich bald nach ihrer Hochzeit mit Fürst Nikolaus IV. Esterházy im November 1898 in besonderer Weise sowohl um Schloss Eszterháza als auch um das Schloss in Eisenstadt an, vor allem was die Adaptierung und Modernisierung der Räumlichkeiten betraf. Fürstin Margit erwarb über den Kunstmarkt auch zahlreiche Kostbarkeiten, die nicht nur für die Schlösser gedacht waren, sondern durchaus auch als Geschenke für nahe Familienmitglieder dienten. Aus ihrer Zeit sind drei Zierteller der Porzellanmanufaktur Herend erhalten.

Fürstin Melinda Esterházy (geb. 1920), geborene Ottrubay, war schon in ihrem Elternhaus in Budapest mit feinem Porzellan umgeben. Nach der Flucht des Fürstenpaares aus Ungarn in die Schweiz im November 1956 richtete Fürstin Melinda das neu erworbene Haus in Zürich stilvoll mit Möbeln ein, die auch mit erlesenen Porzellangegenständen geschmückt wurden. Auch an der Tafel wurde Wert auf kostbares Porzellan gelegt. Nach dem Tod von Fürst Paul V. Esterházy im Mai 1989 begann Fürstin Melinda, die zahlreichen Kunstwerke in Eisenstadt und auf Burg Forchtenstein fachgerecht restaurieren zu lassen. So wurde auch die Porzellankammer im Schloss Esterházy neu aufgestellt und damit begonnen, sie systematisch zu inventarisieren. Die in der Präsentation gezeigten Objekte stammen nicht nur aus dem Depot der Sammlungen, sondern auch aus dem Besitz von Fürstin Melinda Esterházy. Sie wurden von ihr persönlich für die Präsentation zur Verfügung gestellt.

 

 

 

 

 

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